Schwester Ulrika

Lebenslauf von Schwester Ulrika:

Alternativtext

Vater – Ulrich Nisch

Im Jahr 1882 wird Franziska Nisch in Mittelbiberach-Oberdorf, einem kleinen Ort im schwäbischen Oberland, unehelich geboren. Hier wird sie auf den Namen ihrer Mutter Klothilde Dettenrider in das Geburtsregister eingetragen und auf den Namen ihrer Großmutter getauft. Im Haus der Großeltern wächst Franziska auf. Sie ist ein beliebtes Kind, alle freuen sich an der »Baumwirts-Fränzi«, wie sie im Dorf heißt.

Der Vater, Ulrich Nisch aus Unterstadion, erkennt schließlich die Vaterschaft von Franziska an. Die Eltern heiraten. Mit sechs Jahren wird Franziska zu ihren Eltern nach Unterstadion geholt, um hier die Schule zu besuchen. Bereits damals zeigte sich die Hingabe Franziskas zur Religion. Dementsprechend war ihr Lieblingsfach auch der Religionsunterricht. Die Eltern sind arm. Der Vater verdingt sich als Taglöhner, die Mutter versorgt die immer größer werdende Familie. Dreizehn Kinder werden geboren, einige sterben wieder. Die Erziehung ist streng. Franziska leidet unter dem Vater. Sie gehorcht ohne Widerrede. Zur Mutter hegt sie eine große Anhänglichkeit. Oft und gern betet sie in der Kapelle Maria Schnee. Dort trug sie die Not ihres Herzens vor die Mutter Gottes.

 

Elternhaus

Schon früh müssen Franziska wie auch ihre Geschwister sich um das tägliche Brot mühen. Für Botendienste und kleine Arbeiten bekommen sie Brot und Eier, Gemüse und Obst. Als Kind ist Franziska in Unterstadion sehr beliebt. Es ist immer etwas Liebes in ihrem Wesen, so wird es bezeugt. Mit zwölf Jahren endet ihre Schulzeit.

Nach der Schulzeit arbeitete Franziska als Dienstmädchen, zuletzt in der Schweiz. Dort erkrankte sie schwer und wurde im Spital von Ingenbohler Kreuzschwestern gepflegt. Diese Begegnung gab den letzten Anstoß, dass Franziska Nisch in Hegne am Bodensee ins Kloster eintrat. Sie erhielt den Ordensnamen Ulrika. Neun Jahre ihres kurzen Lebens war Ulrika Nisch Kreuzschwester und tat ihren Dienst als “zweite Küchenschwester” nach dem Programm der Kreuzschwestern: “Ganz dem Gekreuzigten und darum ganz dem Nächsten, der Liebe Christi Stellvertreterin”. Dieser stille Dienst blieb kennzeichnend für alle Etappen ihres Weges. Christus erfüllte ihr Leben ganz. Je tiefer sie ihm begegnen durfte, desto verströmender wurde ihre Liebe gemäß ihrem schriftlich gefassten Vorsatz: „Ich will eine Liebe gegen alle haben, die allen alles ist und alle erbaut.”

Das Kreuz Jesu, die größte Liebe, die Gott uns erweisen kann, wird zur Gestalt ihres Lebens. Ständige Kopfschmerzen, dazu Glaubensnöte und die durchlittene „dunkle Nacht der Seele” ließen sie am Kreuz Jesu Anteil haben.

Mutter – Klothilde

Nach schwerer Krankheit kam Schwester Ulrika zurück ins Mutterhaus. Voll Liebe und Hingabe an Gott und in großer Sehnsucht nach dem Himmel lebte sie die letzten Tage ihres irdischen Lebens. Niemand weilte an ihrem Sterbebett, weil sie die Betreuerin zu einer kranken Mitschwester geschickt hatte. Erst 31 Jahre alt, starb Schwester Ulrika am 8. Mai 1913. Ihr Leben ist für viele Gläubige Ansporn und Ermutigung zur Christusnachfolge geworden.